Deutscher Name


Wissenschaftlicher Name


Die Schmerlen sind hochspezialisierte Süsswasserfische mit einem sehr grossen Verbreitungsgebiet (Europa, Asien, Abessinien, West - Indonesien). Es sind überwiegend Bodenfische, die sich zum grössten Teil in schnell fliessenden Gewässern aufhalten. Die kleinen bis mässig grossen Fische sind von mehr oder weniger gestreckter, zum Teil wurmförmiger Gestalt. Seitlich sind sie oft nur gering zusammengedrückt. Der Kopf ist an der Oberseite etwas abgeflacht. Die Haut ist schleimig, die darin eingebetteten Cycloidschuppen sind klein bis verkümmert. Das Maul ist meist unterständig und ausstülpbar. Die Mundöffnung ist von dicken Lippen und von drei oder mehr Bartelpaaren umgeben. Die Seitenlinie ist unterbrochen oder fehlt ganz. Viele Schmerlen sind wegen ihrer Empfindlichkeit gegenüber Luftdruckveränderungen bekannt. Diese leitet sich aus dem besonderen Bau der Schwimmblase her ab. Der Darm funktioniert als zusätzliches Atmungsorgan. Dadurch werden viele Arten mehr oder weniger befähigt, in sauerstoffarmen Gewässern auszuhalten oder sich bei anhaltender Trockenheit in den Schlamm einzuwühlen. Die Flossen der Schmerlen sind relativ klein. Die Augen sind häufig mit einer Schutzhaut überzogen. Unterhalb der Augen befindet sich ein einfacher oder zweigespitzter Dorn, der bei vielen Arten aufrichtbar ist. Mit dem können die Tiere den Feinden oder einem unvorsichtigen Fänger Verletzungen zufügen. Viele der Schmerlen sind hervorragende Aquarienfische. Obwohl einige Arten eine versteckte Lebensweise führen und sich zum Teil auch tagelang im Bodengrund eingraben, sind es doch recht interessante Fische, deren Haltung vor allem im Gesellschaftsaquarium viel zur Belebung der Bodenzone beiträgt. Die Ernährung der Schmerlen bereitet keine Schwierigkeiten. Sie nehmen sowohl jede Art von Lebendfutter, soweit es sich in Bodennähe aufhält, als auch Trocken- und Gefrierfutter. Bei der Fütterung muss man sich allerdings vergewissern, dass Teile der Futterration auch wirklich den Boden erreichen, falls sich noch weitere im oberen oder mittleren Aquariumbereich schwimmende Fische darin befinden. Die Nahrung wird vor allem vom Boden aufgenommen, wo sie mit Hilfe der Bartfäden aufgespürt wird. Das Witterungsvermögen ist ganz ausgeprägt. Häufig wird der Bodengrund regelrecht durchgekaut, wobei grössere Brocken im Maule zerkleinert und die Überreste durch die Kiemendeckel wieder ausgeschieden werden. Die Zucht im Zimmeraquarium ist bisher nur selten und nur bei wenigen Arten gelungen. Diese Erfolge muss man noch als Zufallserfolge betrachten. Die eigentlich intensive Zucht verlangt Artbecken im speziellen Sinne.
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