Glotzaugen

Glotzaugen stellen eine eher seltene, jedoch keine eigenständige Krankheit dar. Sie sind vielmehr ein Symptom, dem eine andere Krankheit oder eine Verletzung zugrunde liegen kann. Dem Fisch treten ein oder oft beide Augen deutlich aus dem Kopf hervor, als würden sie von innen herausgedrückt werden. Zudem liegt meist eine starke Trübung der betroffenen Augen vor. Abhängig von der Schwere der Krankheit zeigt der Fisch Apathie und nimmt weniger Nahrung auf.

Ursachen

Glotzaugen können Ursachen unterschiedlichster Art haben. Im schlimmsten Fall liegt eine bakterielle Infektion vor, wie es bei der Bauchwassersucht oder einer Tuberkulose der Fall ist. Auch eine geschädigte Niere, entweder durch eine Infektion oder durch einen zu hohen CO2-Gehalt im Wasser, kann zu Glotzaugen führen: Durch die Niereninsuffizienz sammelt sich Wasser im Körper und den Augenhöhlen des Fisches und führt zu einem Druck, der unter anderem auf die Augen geht.
Bisweilen treten Glotzaugen auch bei völlig gesunden Fischen auf. Ein zu hoher Gasanteil im Wasser kann beispielsweise nach einem großzügigen Wasserwechsel mit reichlich eingeschlossenen Luftbläschen auftreten. Die kleinen Luftbläschen sammeln sich in den Augenhöhlen und drücken die Augen nach außen.

Verlauf

Abhängig von der Ausgangserkrankung kann die Symptomatik unterschiedliche Verläufe annehmen. Liegt ein zu hoher CO2-Gehalt oder eine Gasübersättigung nach einem Wasserwechsel vor, können neben dem Glotzaugensymptom zusätzlich Blutgefäße oder Gewebeteile zerstört werden, wodurch der Fisch im schlimmsten Fall verendet. Hier kommt es zu einer raschen Glotzaugenbildung vieler Fische im Aquarium.
Bei einer Verletzung am Auge kann dieses stark hervortreten, während es gleichzeitig durch die Verletzung rötlich verfärbt ist. Hier können Bakterien leichter ansetzen und zu einer nachfolgenden Infektion führen.
Die meist tödlich endende Bauchwassersucht beinhaltet diverse Symptome: Durch eine wahrscheinlich bakterielle Infektion kommt es zum typisch aufgeblähten Bauch und abstehenden Augen, einer dunklen Färbung des Fisches und torkelndem Schwimmen. Letztendlich versagen die Organe und der Fisch sondert seine eigene Darmschleimhaut ab. Glotzaugen stellen demnach oft einen wichtigen Hinweis auf eine Bauchwassersucht dar.
Im Verlauf einer Tuberkulose nimmt ebenfalls der gesamte Körper schaden. Neben Entzündungen, Geschwüren und Verformungen der Wirbelsäule kann es in vielen Fällen zusätzlich zu Glotzaugen kommen, bis hin zum völligen Verlust der Augen.
Entzündungen unterschiedlicher Ursachen können an diversen Stellen im und am Körper auftreten und führen bisweilen ebenfalls zu Appetitmangel, Apathie und Glotzaugen. Am Fisch zeigen sich die Entzündungen oft durch rötliche Stellen und können bei Nichtbehandlung zum Tod führen.

Behandlung

Ist eine schnelle Schlussfolgerung auf die Ursache der Glotzaugen möglich, kann die vorliegende Krankheit in manchen Fällen behandelt werden.
Liegt lediglich eine Gasübersättigung durch Luftbläschen im Aquarienwasser vor, ist Abwarten die beste und schonendste Methode. Im Wasser sind Gasbläschen gut sichtbar, auch setzen diese sich an der Bepflanzung und den Scheiben ab. Stressvermeidung und die Gabe vitaminreicher Nahrung unterstützt die Fische, bis sich der Zustand des Wassers normalisiert hat. Ist dagegen zuviel CO2 im Wasser gelöst, empfiehlt sich ein Wasseraustausch. Der CO2-Gehalt sollte überwacht werden, um weitere Komplikationen zu vermeiden.
Stress und Mangelernährung können die Fische anfälliger für Krankheiten machen oder zum Beispiel zu einer Nierenschädigung führen und Verletzungen langsamer heilen lassen. Die Haltungsbedingungen sollten optimiert werden, auch kann eine Gabe vitaminreicher Nahrung Heilungsprozesse unterstützen und das Immunsystem der Fische stärken.
Bei einer Infektion sind zunächst einzelne Fische betroffen. Diese sollten schnellstens in Quarantäne gesetzt werden, bevor sich die Krankheit ausbreiten kann. Hier kann der Einsatz eines antibakteriell wirkenden Mittels Abhilfe schaffen, wenn die Infektion früh genug erkannt wird.

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