Haarwürmer

Haarwürmer gehören zu den Nematoden (Fadenwürmern) und zeichnen sich durch ihre extrem feine Statur aus. Die bis zu einige Millimeter langen Würmer gehören der Gattung Capillaria an, bei Fischen findet sich oft die Art Capillaria pterophylli. Im Aquarium werden besonders Diskusfische, Skalare, Buntbarsche und Killifische befallen. Die weiblichen Exemplare produzieren Eier im Darm der Fische, die über den Kot ausgeschieden werden. Die Eier werden von nach Nahrung suchenden Fischen wieder aufgenommen, bis die Wurmlarven im Darm schlüpfen und sich zu einer neuen Generation adulter Haarwürmer entwickeln. Ein Haarwurmbefall löst eine große Bandbreite an Symptomen aus, darunter zählen eine Abmagerung der Fische, eine Veränderung des Kots, eine gelähmte Schwanzflosse und eine Verkrümmung der Wirbelsäule. Im Verhalten macht sich die Krankheit durch Appetitlosigkeit und Absondern bemerkbar. Auch sind Sekundärinfektionen der geschwächten Tiere keine Seltenheit.

Ursachen

Haarwürmer kommen häufig in geringer Anzahl im Fischdarm vor und profitieren hier von der aufgenommenen Nahrung, ohne dass es zu einem Krankheitsausbruch kommt. Die Parasiten können einerseits durch Neubesatz eingeschleppt werden, andererseits können sie sich auf Lebendfutter befinden und so in den Darm der Fische gelangen. Ein Haarwurmbefall tritt demnach auch bei optimalen Haltungsbedingungen und bei einem gesunden Immunsystem der Fische auf. Sind die Würmer einmal in höherer Anzahl im Aquarium vorhanden, kann sich eine Infektion über die ausgeschiedenen Wurmeier schnell verbreiten.

Verlauf

Während zu Beginn der Krankheit oft ein gesteigerter Hunger beobachtet wird, schlägt das Verhalten schnell in Appetitlosigkeit um. Die Fische beginnen auffällig zu zucken und sich an Pflanzen oder Steinen zu scheuern. Auch entziehen die Würmer den Fischen Nährstoffe, was sie weiter schwächt. Heranwachsende Fische zeigen bei einem Befall eine verlangsamte oder mangelhafte Entwicklung. Der Kot nimmt eine schleimige Konsistenz und eine weißliche Farbe an, auch zieht er häufig lange Fäden. Da die Würmer sich durch die Darmschleimhaut bohren und diese weitreichend schädigen, kommt es zu Blutungen und Geschwüren.
Im fortgeschrittenen Stadium färben sich die befallenen Fische dunkel und die Schwimmbewegungen werden unkoordinierter, wohl auch durch die häufig gelähmte Schwanzflosse und die geklemmten Brustflossen. In vielen Fällen verkrümmt die Wirbelsäule stark und es können Sekundärinfektionen wie Flossenfäule auftreten. Infizierte Fische sterben häufig in verkrampfter Position.

Behandlung und Vorsorge

Für eine Diagnose wird der Kot unter dem Mikroskop untersucht. Am ehesten werden die ovalen Wurmeier entdeckt, die durch einen Pfropfen verschlossen sind. Die adulten Würmer gelangen im Normalfall nicht in den Kot, sondern verbleiben im Fischdarm. Zur Behandlung werden Arzneimittel gegen Nematoden eingesetzt. Dabei ist zu bedenken, dass diese Präparate gleichzeitig Schnecken und Garnelen schädigen. Die betroffenen Fische können in Quarantäne behandelt werden, während im eigentlichen Aquarium darauf zu achten ist, dass sich die widerstandsfähigen Eier am Bodengrund befinden und abgesaugt werden müssen. Die Eier und noch schlüpfenden Wurmlarven können mit einer wiederholten Anwendung des nematiziden Mittels nach etwa drei Wochen relativ sicher bekämpft werden. Andersherum können Schnecken und andere Bewohner solange in Quarantäne gesetzt werden. Nach einigen Wasserwechseln sollten auch diese frei von Wurmeiern sein, die vor dem Umsiedeln eventuell an ihnen haften geblieben sind.
Um sicherzustellen, dass Neuzugänge nicht von Haarwürmern befallen sind, können diese zunächst für einige Tage in Quarantäne gehalten und deren Kot untersucht werden. Eine kurze vorbeugende Behandlung ist ebenfalls möglich.

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