Hautwürmer

Hautwürmer (Gyrodactylus) befallen und schädigen die Haut unterschiedlicher Zierfische. Sie gehören zu den Hakensaugwürmern, die sich durch einen ausgeklügelten Halteapparat aus mehreren Haken am Hinterende auszeichnen. Mit diesen Haken verankern sich die nur 0,5 Millimeter langen Würmer in der Haut der Fische und saugen durch ihre Mundöffnung am vorderen Ende Hautpartikel oder Blut auf. In seltenen Fällen befallen Gyrodactylus-Würmer auch die Kiemen. Sie sind lebendgebärend und pflanzen sich rasant fort – sobald ein frischer Wurm geboren wird, trägt er bereits nicht nur den nächsten Nachkommen in sich, sondern sogar die nächsten vier Generationen. Kommen Hautwürmer nur vereinzelt auf dem Fisch vor, nimmt dieser bei einem guten Immunsystem keinen Schaden. Treten sie dagegen in großer Zahl auf, können sie einen unbehandelten Fischbestand in kurzer Zeit dezimieren. Zu den häufigsten Symptomen eines Befalls zählen eine erhöhte Schleimproduktion, Abmagerung, rötliche Stellen am Körper und das Scheuern an Gegenständen. Wird die Krankheit früh genug erkannt, bestehen gute Chancen auf Heilung.

Ursachen

Meist werden Hautwürmer über einen Neubesatz eingeschleppt. Sie können sich auch auf neuen Pflanzen aufhalten, auf denen sie sich egelartig fortbewegen und auf einen neuen Wirt warten. Durch ungünstige Haltungsbedingungen wie eine schlechte Wasserqualität oder eine unausgewogene, vitaminarme Ernährung sind die Fische geschwächt und grundsätzlich anfälliger für Parasiten. Ein zu hoher Besatz fördert zudem eine rasche Ansteckung unter den Fischen, sobald die Würmer sich in hoher Anzahl im Aquarium befinden.

Verlauf

Sind Hautwürmer einmal im Aquarium und der Fischhaut angekommen, vermehren sie sich explosionsartig. Adulte Würmer können dabei einige Tage ohne Wirt überleben, während sich neu geborene Würmer innerhalb von 2 Tagen an einen Fisch heften müssen. Sie verursachen von dem Moment an kleine Wunden am Fischkörper, auf die der Wirt mit einer erhöhten und deutlich sichtbaren Schleimproduktion als Abwehrreaktion antwortet. Die beweglichen Würmer sind mit der Lupe als kleine weißliche Fäden erkennbar, die stellenweise in großen Gruppen auftreten. Ohne Lupe fallen größere Wurmgruppen als weißlicher Belag auf. Bei dem Versuch, die Parasiten loszuwerden, scheuern sich befallene Fische an Gegenständen. Im Verlauf der Krankheit magern die Fische durch einen Appetitmangel ab und es werden rötliche Stellungen oder Trübungen auf der Haut sichtbar. Die Flossen werden häufig geklemmt, während die Fische zunehmend apathischer werden. Durch die kleinen Wunden werden sie zusätzlich anfällig für Sekundärinfektionen durch Bakterien oder Pilze.
Bei einem Befall der Kiemen schwellen diese leicht an, während der Fisch schnelle Atembewegungen zeigt. Unbehandelt endet ein Befall mit dem Tod.

Behandlung und Vorsorge

Eine Untersuchung von abgenommenem Schleim unter dem Mikroskop ergibt eine sichere Diagnose. Die Behandlung sollte früh erfolgen, da bei Hautwürmern eine hohe Ansteckungsgefahr besteht. Im Handel sind Präparate mit unterschiedlichen Hauptwirkstoffen erhältlich. Dabei haben sich Mittel mit Breitbandwirkung gegen unterschiedliche Krankheiten als hilfreich erwiesen, genauso wie Präparate, die zielgerichtet gegen Wurmerkrankungen wirken. Für empfindlichere Fischarten und Jungtiere können spezielle Arzneimittel eingesetzt werden. Grundsätzlich ist bei der Behandlung darauf zu achten, ob eine eventuelle Gefahr für vorhandene Schnecken oder Garnelen durch das jeweilige Präparat vorliegt und ob die vorherrschenden Wasserwerte für den Einsatz bestimmter Mittel geeignet sind.
Was für Gyrodactylus bei der Reproduktion von Vorteil ist, verschafft ihnen gleichzeitig einen großen Nachteil, sobald sie Arzneimitteln ausgesetzt sind: Da ihre Entwicklung keinen Umweg über ein Eistadium geht, ist eine einmalige Behandlung im Normalfall ausreichend. Es werden also gezielt mit einem Schritt sämtliche adulte und neu geborene Würmer abgetötet. Dabei sollte das Wasser grundsätzlich gut belüftet sein.
Hautwürmern kann vorgebeugt werden, indem optimale Wasserwerte vorherrschen und die Fische zur Stärkung ihres Immunsystems eine vitamin- und mineralienreiche Nahrung erhalten. Neuzugänge können zunächst wenige Tage in Quarantäne gehalten und auf Hautwürmer untersucht werden.

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