Laichverhärtung

Eine Laichverhärtung kann sowohl bei lebendgebärenden, als auch bei eierlegenden Fischen auftreten. Lebendgebärende produzieren zunächst Eier, aus denen die Jungen bei der Geburt schlüpfen und ins Freie gelangen. Die Eier gesunder Weibchen können sich wieder zurückbilden und die Nährstoffe in den Körper zurückführen, wenn keine Laichgelegenheit vorherrscht. Bei einer Laichverhärtung ist dies nicht möglich, weshalb die Eier im Bauchraum des laichbereiten Weibchens verbleiben und zu Komplikationen führen. Die Eier, bzw. Jungtiere können die Laichröhre nicht passieren, weil entweder der Laich verhärtet oder vergrößert ist, oder auch weil der Geburtskanal verstopft ist. Unbehandelt führt eine Laichverhärtung meist zum Tod des Weibchens. Betroffen sind häufig Dornaugen und Salmler.

Ursachen

Die Ursachen für eine Laichverhärtung sind weitgehend unerforscht, scheinen durch Erfahrungswerte dennoch vielfältig zu sein. Bei eierlegenden Fischen kann diese „Krankheit“ auftreten, wenn sich kein Männchen für eine Befruchtung im Aquarium befindet. Damit ist kein Anreiz für das Weibchen gegeben, die Eier abzulegen. Da sich die Eier bei gesunden Fischen jedoch zurückbilden können, kommen hier wahrscheinlich noch weitere Faktoren zum Tragen. Vermutet werden häufig eine Mangelernährung oder ungeeignete Wasserwerte, wie zum Beispiel zu hartes Wasser oder eine zu hohe Temperatur. In manchen Fällen kann eine bakterielle Erkrankung vorliegen, die von außen eventuell nicht sichtbar ist, und dennoch zu einer Laichverhärtung führt. Auch kann der Geburtskanal von Überbleibseln anderer Geburten verstopft sein, sodass die neu produzierten Eier nicht an dem Hindernis vorbeikommen.

Symptome und Verlauf

Liegt eine Laichverhärtung vor, wird der Bauchbereich des Weibchens immer dicker, ohne dass es zur Ablaichung kommt. Dauert dieser Prozess länger an, wirkt das Weibchen lethargisch und verweigert eventuell die Nahrungsaufnahme. Die Eier sterben mit der Zeit ab und verfaulen im Körper des Fisches. Das Weibchen verendet schließlich durch den anhaltenden und steigenden Druck, sowie an einer Vergiftung durch die faulenden Eier.

Eine relativ sichere Diagnose liegt vor, wenn andere Krankheiten wie die Bauchwassersucht, Darmflagellaten oder auch eine einfache Verstopfung ausgeschlossen werden können und der für die betroffene Art übliche Laichzeitpunkt sicher überschritten ist.

Behandlung

Behandlungsmöglichkeiten mithilfe von Arzneimitteln sind hier nicht gegeben. Ist das Weibchen noch stark genug, kann es aus dem Wasser geholt und auf eine Oberfläche mit nasser Watte gelegt werden. Noch besser ist es, das Tier knapp unter der Wasseroberfläche zu behandeln, zum Beispiel in einem Netz oder einer befestigten Schale. Der Laich wird anschließend ganz vorsichtig herausgedrückt, indem er mit Daumen und Zeigefinger an beiden Seiten des Fisches in Richtung Afterflosse gestrichen wird. Dabei setzen die Finger kurz vor dem After an, um den Körper so wenig wie möglich zu belasten und keine inneren Verletzungen zu verursachen. Um auch die empfindliche Haut des Tieres zu schützen, sollten die Finger nass sein. In einigen Fällen können mit dieser Methode das Weibchen oder noch lebende Junge gerettet werden. Um sicherzustellen, dass eventuelle kleine, innere Verletzungen nicht zu Entzündungen führen, kann anschließend ein antibakterielles Mittel eingesetzt werden.

Besteht keine Hoffnung mehr auf eine Rettung des Tieres oder lässt sich der Laich nicht mit äußerst sanftem Massieren aus dem Fisch lösen, sollte es getötet werden. Der Bauchraum kann dennoch aufgeschnitten werden um zu prüfen, ob sich noch lebendige Jungtiere darin befinden. Das sanfte Herausdrücken der Eier gestaltet sich besonders bei kleinen Arten als schwierig und sollte bestenfalls von einem Fachmann durchgeführt werden.

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