Laichverpilzung

Bei der Aufzucht von Zierfischen spielen unterschiedliche Faktoren eine Rolle, die auf die jeweilige Art abgestimmt werden müssen. Darunter zählen Temperatur, pH-Wert, Belüftung, Wasserhärte und die allgemeine Wasserqualität. Stimmen diese Faktoren nicht mit den Bedürfnissen des Nachwuchses überein, kommt es schnell zur Verpilzung (Mykosen) des abgesetzten Laiches. Dabei zeigt sich entweder ein watteartiger, weißlicher Belag auf den betroffenen Eiern, oder es stehen einzelne erkennbare Fäden von ihnen ab. Der Pilz greift innerhalb kurzer Zeit auf benachbarte Eier über und kann den sich entwickelnden Fischen schaden. Häufig sind unbefruchtete Eier von der Verpilzung betroffen. Es sind dennoch Fälle bekannt, bei denen aus befruchteten, verpilzten Eiern gesunde Jungtiere schlüpfen konnten.

Ursachen

Pilzsporen befinden sich in geringer Anzahl immer im Wasser, werden jedoch üblicherweise nicht gefährlich für die Tiere. Da Laich sehr empfindlich gegenüber Umwelteinflüssen ist, kann dieser bereits einen Tag nach der Eiablage von einem Pilz befallen sein. Der Laich von Salmlern und einigen anderen Arten ist beispielsweise sehr empfindlich gegenüber Licht und verpilzt schneller, wenn er nicht abgedunkelt gehalten wird. Auch die Keimzahl im Aquarium spielt eine wichtige Rolle. Werden Wasserwechsel zu selten durchgeführt, besteht grundsätzlich eine höhere Wahrscheinlichkeit eines Pilzbefalls – nicht nur am Laich, sondern auch an den adulten Fischen selbst. Weitere Ursachen für eine Laichverpilzung sind zu niedrige oder schwankende Temperaturen oder eine unzureichende Belüftung.

Behandlung und Vorbeugung

Um eine optimale Entwicklung der Eier zu ermöglichen und einer Mykose vorzubeugen, gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Dabei können natürliche, pflanzliche Produkte in das Aquarium eingebracht werden, die die Wasserqualität erhöhen. Bei fungiziden Arzneimitteln ist auch bei einem bereits bestehenden Befall Vorsicht geboten, da diese oft aggressiver wirken und eventuelle Nachteile mit sich ziehen.
Oft werden die Fische zur Eiablage in ein Zuchtbecken gesetzt, bis sie abgelaicht haben. Hier kommt der Laich nicht mit Bodengrund oder Pflanzenteilen in Berührung, auf denen Pilzsporen haften. Auch können hier die benötigten Umweltbedingungen gut angepasst werden, die sich häufig von denen der adulten Tiere leicht unterscheiden.

Grundsätzlich sollte Laich ausreichend belüftet werden. Das kann zum Beispiel durch Ausströmersteine gewährleistet werden, ohne dass der Luftstrom zu stark auf den Laich trifft.
Der Laich mancher Arten sollte mit dunklem Tonpapier oder anderen Mitteln abgedunkelt werden, bis die Eier ausreichend entwickelt sind. Die Lichtempfindlichkeit der Jungtiere lässt meist nach, sobald sie im Ei Augenpunkte entwickelt haben.

Zur Verringerung der Keimdichte im Wasser stehen verschiedene Arzneimittel zur Verfügung – meist mit Breitbandwirkung gegen Pilzerkrankungen. Dabei ist zu beachten, dass zum Beispiel der Wirkstoff Acriflavin nicht von Wirbellosen vertragen wird und Kupfer auch bei Zierfischen zu Vergiftungen führen kann. Oft sind natürliche Mittel, die vorbeugend in das Wasser gegeben werden, die bessere Wahl. Zu den bekanntesten zählen Erlenzapfen (ein Zapfen auf zehn Liter), Seemandelbaumblätter (höchstens drei Blätter auf 100 Liter) und Torf (meist in Form der Torffilterung). Diese setzen im Wasser Huminsäure frei, welche den pH-Wert leicht senkt. Zusammen mit einer Verbesserung der Wasserwerte und einer Senkung der Keimdichte wird das Immunsystem der Tiere gestärkt, genauso soll der Laich weniger anfällig für Verpilzungen sein. Eine Überdosierung oder ein dauerhafter Einsatz kann jedoch zu einem Anstieg der Phosphat- und Nitratwerte führen.

Für Fische, die einen weniger sauren pH-Wert bevorzugen, sollten andere Mittel zum Einsatz kommen. Zimtstangen aus biologischem Anbau können durch ihre leicht fungizide Wirkung ebenfalls vorbeugend gegen eine Laichverpilzung wirken, ohne den pH-Wert des Wassers anzuheben. Hierfür können ein bis zwei Stangen auf 100 Liter Wasser gegeben werden. Nach einer Woche sollten sie wieder entfernt werden.

Auch bei natürlichen Mitteln ist stets darauf zu achten, dass sie vom Laich bestimmter Fischarten auf Dauer möglicherweise nicht gut vertragen werden. Ist es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einer Verpilzung einzelner Eier gekommen, sollten diese so schnell wie möglich entfernt werden. Der Pilz greift sonst auf weitere Eier über und bildet schnell Sporen.

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